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Die UlmAIR Raumluftreiniger in der Schweriner Volkszeitung vom 3. November 2020

Zeitung für Lübz-Goldberg-Plau
DIENSTAG, 3. NOVEMBER 2020 SEITE 7

Gut lüften oder lieber filtern?

Amt Eldenburg-Lübz und Landkreis bewerten den Effekt der verschiedenen Maßnahmen gegen Corona unterschiedlich

Von Alexander Fischbach

LÜBZ/PARCHIM Alle Hygienekonzepte zur Eindämmung der Corona-Infektionen beinhalten ausgiebiges Lüften in öffentlichen Gebäuden. Was im Sommer noch einfach erschien, kann jetzt zum großen Problem werden. Eine mögliche Abhilfe scheinen da Luftreinhaltegeräte mit verschiedenen Filtern darzustellen.

Auch im Amt Eldenburg-Lübz denkt man über solche Maßnahmen nach. „Allerdings werden wir die Anschaffung solcher Geräte sorgfältig prüfen müssen“, sagt Robert Quade, der zuständige Sachbearbeiter im Amt für Schulen und Kindertagesstätten. Das Amt ist auch selbst Träger von
Schulen wie etwa der Regionalschule und der Grundschule Lübz. „Für diese beiden Schulen brauchen wir solche Geräte nicht“, erläutert Robert Quade, „durch die Belüftungsanlage gibt es in beiden Gebäuden einen hohen Luftaustausch.“ Das ganze funktioniert an diesen Schulen folgendermaßen: Verbrauchte Luft wird hinaus geblasen, und durch Unterdruck strömt leicht angewärmte, frische Außenluft in das Gebäudehinein. Die Leistung dieser Anlagen hängt auch vom Kohlendioxidgehalt der Raumluft ab. Wenn es stickig wird, erhöht sich der Lufteinzug automatisch. Selbstverständlich, fährt er fort, werde dennoch oft und ausgiebig gelüftet.

Ein solches System findet sich aber nicht in allen Schulen. Um die Situation an solchen Schulen – wie der Grundschule Passow oder der Schule am Ruhner Berg in Marnitz – zu verbessern, sieht das Amt zwei Möglichkeiten. Zunächst soll es um die Anschaffung von Messgeräten für den Kohlendioxidgehalt in der Raumluft gehen. Ein solches würde laut Aussage von Quade mit etwa 300 Euro pro Stück zu Buche schlagen. Damit können unter Umständen Temperaturschwankungen ausgeglichen werden, da nicht so oft gelüftet werden müsste und dennoch das Infektionsrisiko niedrig bleibe. Der Einsatz von Luftreinhaltegeräten steht ebenfalls zur Disposition. Hier möchte das Amt sich vorher genau über Bedarf und Notwendigkeit informieren. Solche mobilen Geräte sind auch nicht billig. So liegen die Preise bei einem Hersteller aus Elchingen im schwäbischen Landkreis Neu-Ulm zwischen 3000 und 5000 Euro pro Stück. Allerdings verfügen solche Luftreiniger über eine mehrstufige Filtration, eine Selbstreinigung und sind auch noch leise im Betrieb. Laut Firmenangaben sind diese Geräte auch förderfähig wegen ihres reduzierten Energieverbrauchs. So heißt es, dass ein Zuschuss von etwa 1000 Euro pro Gerät möglich sei. Dies ist über ein Förderprogramm des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle möglich. Diese Förderung hat nichts mit den Geldern des Bundeswirtschaftsministeriums zu tun, die dazu dienen sollen, bereits bestehende Anlagen corona-gerecht umzubauen.

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim beschäftigt sich nach eigenen Angaben noch nicht mit Luftreinigern. Auch die Kosten, so heißt es von dort, seien nicht zu unterschätzen. Als Schulträger hat der Landkreis etwa 500 Klassenräume zu pflegen, meist in größeren regionalen Schulen und Gymnasien. Hier setzt man auf das Lüften und den Einsatz von CO2-Meldern, so auch am Gymnasium Lübz. Damit habe man bisher gute Erfahrungen gemacht, sagt dessen Direktor Torsten Schwarz. „Allerdings ist Lüften in den oberen Etagen nicht immer angenehm. Gerade bei starkem Wind kann Schlagregen, je nach Windrichtung, in das Gebäude eindringen.“ Bisher scheint das Hygienekonzept der Schule aufzugehen, es sind keine Coronafälle bekannt. Eine mögliche Verbesserung der Situation durch Luftreinigung hält Schwarz für denkbar, aber es müssten hier noch weitere Erkenntnisse hinsichtlich der Effektivität solcher Geräte gesammelt werden. Eine Studie dazu gibt es schon von der Universität der Bundeswehr in München. Experten vom dortigen Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik bescheinigen einigen solcher Geräte eine gute Wirkung.

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