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BAFA streicht Förderungen

Die UlmAIR GmbH & Co. KG hat als Hersteller professioneller Raumluftreiniger bereits bei der Entwicklung großen Wert darauf gelegt, hocheffiziente und energetisch optimierte Komponenten zu verbauen. Dies dient sowohl der Langlebigkeit unserer Luftreiniger als auch dem niedrigst möglichen Energieverbrauch.

Aufgrund dieser Tatsache war es möglich, für unsere Maschinen BAFA-Förderungen gemäß der „Richtlinie für die Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft – Zuschuss und Kredit“ zu beantragen. Nahezu alle unserer Kunden haben hierzu bisher positive Zuwendungsbescheide von der Behörde erhalten.

Leider wurde die Firma UlmAIR am Mittwoch den 11.11.2020 telefonisch vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) darüber informiert, dass bei der Förderung von Querschnitttechnologien (effiziente Ventilatoren/Steuerungen/Sensoren zur Reduktion von Energieverbrauch) Luftreiniger exkludiert werden. Dies wurde lt. Aussage der BAFA von „oberster Stelle“ dem BMWI (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) so entschieden.

Diese Regelung soll für ALLE Luftreinigungsgeräte (stationär und mobil) gelten, welche zum Thema „Gesundheitsvorsorge“ (z.B. Virenschutz, Hygienekonzepte usw.) angeboten werden.

Auf Bitte eine schriftliche Stellungnahme der Behörde zu erhalten, erreichte uns gestern folgendes Schreiben, welches Beantragenden zugehen soll:

Begründung:

Mit der Bundesförderung EEW verfolgt die Bundesregierung das Ziel, durch Prozess- bzw. Anlagenoptimierungen, spürbare Fortschritte bei der Verringerung des Endenergieverbrauchs und der Reduzierung von CO²-Emissionen in der Wirtschaft zu erreichen.
Gemäß Ziff. 5.1 der Richtlinie werden dazu investive Einzelmaßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz von industriellen und gewerblichen Anlagen und Prozessen durch den Einsatz von hocheffizienten und am Markt verfügbaren Technologien gefördert.

Aufgrund der von Ihnen eingereichten Unterlagen gehe ich davon aus, dass der beantragte Ventilator in einer Lüftungsanlage mit Virenfilter verbaut ist. Diese Geräte werden derzeit insbesondere zur Verbesserung der Luftqualität und zur Erhöhung des Infektionsschutzes vor Corona-Viren eingesetzt.
Solche Luftreiniger zur aktiven Virenlastreduzierung bzw. zur Reinigung bakteriell oder anderweitig belasteter Raumluft dienen primär dem Gesundheitsschutz von Personen.

Der Förderzweck der zugrundeliegenden Förderrichtlinie wird damit nicht verfolgt und nicht erreicht. Weder haben diese mobilen Luftreiniger den erforderlichen Prozessbezug mit dem Ziel der Verringerung des Endenergieverbrauchs, noch führen sie zu einer Anlagenoptimierung und CO² Reduktion. Es handelt sich hier vielmehr um eine Maßnahme mit dem Ziel des Gesundheitsschutzes. Aus diesen Gründen sind Ventilatoren in mobilen Luftreinigern nicht Gegenstand der Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft. Eine Förderung der beantragten Ventilatoren kann daher nicht erfolgen.

Sollte es sich bei Ihrem Gerät nicht um einen Luftreiniger zur Verbesserung der Luftqualität und zur Erhöhung des Infektionsschutzes handeln, reichen Sie bitte eine genaue Beschreibung des Verwendungszweckes für Ihr Gewerbe sowie entsprechende Nachweise ein (z.B. Angebote für die beantragten Ventilatoren).

Zusätzlicher Hinweise für unsere Kunden:

  • Bereits erteilte Zuwendungsbescheide sollen gemäß gestriger, telefonischer Aussage wohl bewilligt und durchgeführt (ausgezahlt) werden.
  • Gestellte Anträge ohne erteilten Zuwendungsbescheid sollen von den Kunden abgeschlossen werden – es wird wohl in Einzelfällen entschieden.
  • Weitere Anträge (neu) werden voraussichtlich von der BAFA abgelehnt

Wir bedauern diese Entscheidung des BMWI, da doch gerade in diesen Zeiten die Kombination aus Gesundheitsschutz und maximaler Energieeffizienz eine optimale Möglichkeit wäre, sowohl Privatpersonen als auch Gewerbetreibende durch staatliche Subventionen bestmöglich und sinnvoll zu unterstützen.

 

7 Gedanken zu „BAFA streicht Förderungen

  1. Ich finde das äußerst bedauerlich gerade jetzt, wo die meisten Gewerbe um ihre Existenz ringen. Es wird von uns erwartet das wir alles mögliche dazu tun, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Der Einsatz neuer Technologien zur Verringerung der Viruslast und damit der Ansteckungsgefahr ist folgerichtig. Wenn wir es schaffen unsere Räume sicherer zu machen, kann das Leben wieder normaler weitergehen und Industrie, Handel, Kultur, Bildung etc. müssen nicht untergehen. Egal welcher Fördertopf es ist, man darf uns damit nicht im Regen stehen lassen.

  2. Sehr geehrte Damen und Herren,
    Auf Der Suche nach der Möglichkeit meinen Comedes LR50 Luftreiniger mit einem HEPA H14 oder H14 Filter nachzurüsten bin ich unter anderem über Ihre Seite gestolpert und musste den Kopf schütteln wegen des BAFA-Briefes. Es erschien mir sehr sonderbar den einen Topf zu zu machen, nur weil er eventuell nicht ganz der passende ist, ohne auf den richtigen Topf zu verweisen. Allerdings bin ich auf einer anderen Seite auf folgendes Gestoßen. Ich hoffe mir als Laie bei Filtertechnischen Anlagen ist verziehen falls ich Filtertechnische Technologieen unzulässig vergleiche.

    Der Bund hat Fördermittel in Höhe von 500 Millionen Euro für die Corona-gerechte Um- und Aufrüstung von raumlufttechnischen Anlagen in öffentlichen Gebäuden und Versammlungsstätten zu Verfügung gestellt. Seit dem 20. Oktober kann die Förderung für RLT Anlagen in öffentlichen Gebäuden und Versammlungsstätten beim Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden. Ein HEPA* Upgrade (HEPA H13 oder H14) ist gemäß Punkt 5.1.1 der Richtlinie eingeschlossen. Ein Antrag kann bis zum 31.12.2021 gestellt werden.

    Link zum Antrag: https://fms.bafa.de/BAFA_FS/findform?shortname=RLT-FV&formtecid=3&areashortname=bafa

    1. Guten Morgen Herr Sill,
      vielen Dank für Ihre Nachricht. Leider gilt die von Ihnen benannte Förderung unseres Wissens ausschließlich für RLT-Anlagen (Raumlufttechnische Anlagen – meist stationär in Gebäuden verbaut).
      Wir sind weiterhin mit der BAFA in Gesprächen und werden auf unserem Blog informieren, welche Förderungen uns bekannt sind/werden.
      Grüße aus Elchingen

  3. Das macht mich fassungslos. Um meine Arbeit als Thermomix Repräsentantin weiterhin leisten zu können, wollte ich mir Ihren X45 anschaffen, damit meine Kunden ohne Angst vor Ansteckung mit mir in meinen Räumen Kochen können.

  4. Da kann ich wieder mal nur staunen. Als Fachwirt für Hygienemangement habe ich die ULMAIR Modelle verschiedenen Kunden für ihre Betriebe empfohlen, die Bandbreite reicht vom städtischen Jugendzirkus bis zur Unternehmensberatung. Die Möglichkeit der BAFA Förderung war sicher eine große Hilfe für die Unternehmen, sich für die doch beträchtlichen Investitionen zu entscheiden. Hier wird leider mit Kleingeistigkeit und Paragraphenreiterei einer sinnvollen und innovativen Lösung für das Aerosolproblem ein völlig unnötiger Stein in den Weg gelegt- als ob diese Verwendung der Ventilatoren weniger energiesparend und effizeint wäre, oder als ob der Einsatz im Gesundheitsschutz weniger wichtig wäre. Aber wahrscheinlich hat der Amtsschimmel nur Angst vor Zusatzarbeit und neuen Anträgen.

  5. Guten Morgen, wir haben am 16.11.2020 den ablehenden Bescheid erhalten und uns ebenfalls geärgert!
    Rein verwaltungstechnisch muss ich aber zugeben, dass der beantragte, hocheffiziente Ventilator eben nicht der Energieeinsparung einer bestehenden Anlage dient … man könnte jetzt noch in Richtung Neuanlage mit optimierter Engergieffizienz argumentieren …
    Politisch ist das Polemik! Wir berauchen unbedingt eine Förderung moderner, hygienisch einwandfreier Lüftungsanlagen – großtechnisch, gewerblich und privat. Eigentlich ein baurechtliches Unding das wir die Luft in Gebäuden (z.B. Büro/Verkauf/Schule/Disco) bisher lediglich umwälzen, ohne diese zu desinfizieren (gleiches gilt für gereinigtes Abwasser). Wahrscheinlich könnten wir die Keim/Virenbelastung der Bevölkerung deutlich reduzieren …
    Naja, das Geld ist bei der Lufthansa und der Automobilindustrie.

  6. Mit Interesse habe ich oben aufgelistete Kommunikation gelesen. Wahrscheinlich war unser Antrag der Stein des Anstoßes, da er am 11. November gestellt wurde und die Begründung wortgleich mit der von ihnen zitierten Antwort erfolgte. Die Absage hat mich insbesondere gewundert, da wir eine krankenhausähnliche Einrichtung darstellen, die unter anderem Studien zur Prävention und Behandlung von COVID-19 Patienten durchführen. Im Endeffekt sollte nicht die Technologie, sondern der Zweck gefördert werden. Eine Viren-freie Luft ist auf jedem Fall erstrebenswert, egal wie sie erzeugt wird.

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